TL;DR
Mineralische Trübungsmittel ersetzen Titandioxid in leeren Hartkapseln, ohne die von Herstellern erwartete undurchsichtige, weiße Optik zu beeinträchtigen. Calciumcarbonat ist die am weitesten verbreitete Alternative und bietet eine hohe Opazität sowie eine breite regulatorische Akzeptanz. Calciumsulfat erzielt eine vergleichbare Weißheit, weist jedoch ein etwas anderes Auflösungsverhalten auf. Kaolin wird für spezielle Anwendungen mit geringerer Feuchtigkeitsinteraktion eingesetzt. Alle drei Substanzen eignen sich für Gelatine-, HPMC- und Pullulan-Hüllpolymere.

Mineralbasierte, TiO2-freie Leerkapseln, entwickelt für hochreine pharmazeutische und nutrazeutische Formulierungen.
Warum die Industrie sich von Titandioxid abwendet
Titandioxid (TiO2, E171) wird seit Jahrzehnten in der Pharma- und Lebensmittelindustrie als Weißmacher und Trübungsmittel in Kapselhüllen, Tablettenüberzügen und Süßwaren eingesetzt. Die regulatorischen Rahmenbedingungen haben sich jedoch entscheidend verändert. Im Januar 2022 wurde die Zulassung von Titandioxid (TiO2, E171) für die Lebensmittelindustrie geändert. Die Europäische Kommission hat E171 als Lebensmittelzusatzstoff verboten. gemäß der Verordnung EU 2022/63, unter Bezugnahme auf Erkenntnisse der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) dass Genotoxizität nicht ausgeschlossen werden konnte. Obwohl das Verbot sich speziell auf die Verwendung in Lebensmitteln bezieht, hat das regulatorische Signal weltweit Auswirkungen auf die Beschaffungsentscheidungen für pharmazeutische Hilfsstoffe.
Für Hersteller leerer Kapseln stellt sich die praktische Frage: Welche alternativen Trübungsmittel bieten die gleiche visuelle Opazität, mechanische Festigkeit und regulatorische Konformität, auf die sich Formulierer verlassen? Mineralische Füllstoffe haben sich als vielversprechende Antwort erwiesen und werden mittlerweile in kommerziellen Kapselhüllenformulierungen für Gelatine-, Hydroxypropylmethylcellulose- (HPMC-) und Pullulan-Hüllen eingesetzt.
Die Rolle der Opazität beim Design von Kapselhüllen
Die Opazität einer Kapselhülle ist nicht nur ein kosmetisches Problem. Sie erfüllt mehrere funktionelle Zwecke, die sich direkt auf die Produktqualität und die Wahrnehmung durch den Verbraucher auswirken:
- Lichtschutz: Opake Hüllen schützen lichtempfindliche pharmazeutische Wirkstoffe (APIs) und Inhaltsstoffe von Nahrungsergänzungsmitteln vor Photodegradation und verlängern so die Haltbarkeit.
- Inhaltsverheimlichung: Viele Wirkstoffe und Nahrungsergänzungsmittel weisen unattraktive Farben auf. Eine undurchsichtige Hülle sorgt für ein sauberes, gleichmäßiges weißes Erscheinungsbild und unterstützt so die Markenkonsistenz.
- Verbrauchervertrauen: Endverbraucher verbinden eine klare, undurchsichtige Kapsel mit Qualität. Durchscheinende Hüllen sind zwar in einigen Märkten akzeptabel, können aber optische Bedenken hinsichtlich der Einheitlichkeit des Inhalts hervorrufen.
- Kennzeichnung und Identifizierung: Opake Gehäuse bieten einen einheitlichen Hintergrund für aufgedruckte Logos, Texte oder Bänder, was für die Fälschungssicherheit und die Einhaltung behördlicher Kennzeichnungsvorschriften von entscheidender Bedeutung ist.
Bei der Entfernung von Titandioxid muss ein Ersatztrübungsmittel alle vier dieser funktionellen Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Mineralische Füllstoffe erreichen dies, da sie fein gemahlene, weiße, anorganische Partikel sind, die sichtbares Licht in den in Kapseltauchlösungen verwendeten Konzentrationen effektiv streuen.
Mineralische Trübungsmittel in TiO2-freien Kapseln
Drei mineralische Trübungsmittel dominieren derzeit die Formulierungen von TiO2-freien Kapseln. Jedes dieser Mittel weist spezifische physikalisch-chemische Eigenschaften auf, die die Leistung der Kapselhülle beeinflussen.
Calciumcarbonat (CaCO3)
Calciumcarbonat ist das am häufigsten verwendete mineralische Trübungsmittel in titandioxidfreien Leerkapseln. Fein vermahlen (typischerweise 2 bis 10 Mikrometer für pharmazeutische Qualitäten), bietet CaCO₃ einen hohen Weißgrad und eine starke Lichtstreuung. Es ist in Arzneibuchmonographien aufgeführt, darunter auch in der [Name der Arzneibuchmonographie einfügen]. Arzneibuch der Vereinigten Staaten (USP) und ist in der Europäischen Pharmakopöe als Hilfsstoff aufgeführt. Sein Brechungsindex (ca. 1,6) eignet sich gut zur Streuung von sichtbarem Licht in Polymermatrixfilmen.
In HPMC- und Gelatinekapselhüllen integriert sich Calciumcarbonat in die Tauchlösung, ohne die Viskosität oder Gelierungskinetik wesentlich zu verändern. Dadurch ist es mit bestehenden Herstellungsverfahren auf Hochgeschwindigkeits-Verkapselungsanlagen kompatibel. Aus regulatorischer Sicht unterliegt CaCO₃ in keinem wichtigen Markt Beschränkungen als Lebensmittelzusatzstoff und ist somit eine weltweit akzeptierte Option.
Calciumsulfat (CaSO4)
Calciumsulfat, insbesondere in Form von Dihydrat (Gips), weist einen Brechungsindex auf, der dem von Calciumcarbonat ähnelt, und ergibt eine ähnlich undurchsichtige, weiße Kapselhülle. Es wird in der Tablettenherstellung als Verdünnungsmittel eingesetzt und verfügt über ein etabliertes Sicherheitsprofil. Bei Kapselhüllen wird CaSO₄ gewählt, wenn Hersteller ein leicht abweichendes Auflösungs- oder Zerfallsverhalten wünschen, da sein Hydratationsgrad die Wechselwirkung der Hülle mit Feuchtigkeit während der Lagerung beeinflussen kann.
Ein zu berücksichtigender Aspekt bei Calciumsulfat ist seine relativ geringe Wasserlöslichkeit. In der Praxis beeinträchtigt dies zwar nicht die Auflösung der Kapseln bei Körpertemperatur, kann aber die Rheologie von Tauchdispersionen beeinflussen. Kapselhersteller optimieren daher üblicherweise die Partikelgrößenverteilung und die Dispergiermittelmenge, um eine gleichmäßige Schalendicke zu gewährleisten.
Kaolin (hydratisiertes Aluminiumsilikat)
Kaolin ist ein natürlich vorkommendes Tonmineral, das hauptsächlich aus Kaolinit (Al₂Si₂O₅(OH)₄) besteht. Es wird seit über einem Jahrhundert in pharmazeutischen Formulierungen als Adsorptionsmittel und Verdünnungsmittel eingesetzt. Als Trübungsmittel in Kapselhüllen sorgt Kaolin bei moderaten Dosierungen für eine gute Opazität und weist im Vergleich zu calciumhaltigen Mineralien eine deutlich geringere Feuchtigkeitsaufnahme auf.
Die geringere Hygroskopizität kann bei feuchtigkeitsempfindlichen Formulierungen von Vorteil sein, insbesondere in Produktionsumgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder für Produkte, die für tropische Märkte bestimmt sind. Kaolin besitzt jedoch einen etwas niedrigeren Brechungsindex als CaCO₃, sodass unter Umständen eine etwas höhere Konzentration erforderlich ist, um den gleichen Grad an optischer Opazität zu erzielen. Seine plättchenförmige Partikelmorphologie beeinflusst das Filmbildungsverhalten zudem anders als die gleichmäßigeren Partikel von Calciumcarbonat oder Calciumsulfat.
Direkter Vergleich von mineralischen Trübungsmitteln
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eigenschaften zusammen, die für die Formulierung und Beschaffung von Kapselhüllen relevant sind:
| Eigentum | Kalziumkarbonat | Calciumsulfat | Kaolin |
|---|---|---|---|
| Chemische Formel | CaCO3 | CaSO4 (Dihydrat) | Al2Si2O5(OH)4 |
| Brechungsindex | ~1,60 | ~1,58 | ~1,56 |
| Typische Partikelgröße | 2-10 eins | 3-15 eins | 1-5 eins |
| Opazitätseffizienz | Hoch | Hoch | Mäßig |
| Feuchtigkeitsaufnahme | Niedrig | Mäßig | Sehr niedrig |
| EU-Lebensmittelzusatzstoffstatus | Zulässig (E170) | Gestattet | Zugelassen als Verarbeitungshilfsmittel |
| Arzneibuchstatus | USP, Ph. Eur., JP | USP, Ph. Eur. | USP, Ph. Eur. |
| Kompatibilität von Schalenpolymeren | Gelatine, HPMC, Pullulan | Gelatine, HPMC | Gelatine, HPMC, Pullulan |
| Kostenposition | Benchmark | Vergleichbar | Etwas höher |
Leistungsüberlegungen für Formulierer
Die Auswahl des richtigen mineralischen Trübungsmittels ist nicht einfach eine Frage der Wahl des weißesten Pulvers. Formulierungsentwickler müssen mehrere interagierende Faktoren berücksichtigen:
Kompatibilität mit Hüllpolymer
Gelatine, HPMC und Pullulan weisen jeweils unterschiedliche Lösungsrheologien und Filmbildungsmechanismen auf. Calciumcarbonat dispergiert zuverlässig in allen drei Hüllsystemen, weshalb es sich als Standardlösung etabliert hat. Calciumsulfat erzielt gute Ergebnisse in Gelatine und HPMC, erfordert jedoch aufgrund der niedrigeren Viskosität von Pullulan möglicherweise eine zusätzliche Optimierung in Pullulan-Tauchlösungen. Kaolin kann aufgrund seiner plättchenförmigen Morphologie eine leichte Anisotropie in der Filmstruktur hervorrufen, die von einigen Herstellern durch Mahlen oder Oberflächenbehandlung der Tonpartikel minimiert wird.
Auswirkungen auf Zerfall und Auflösung
Pro USP Allgemeines Kapitel Gemäß den Anforderungen an die Zerfallsprüfung von Kapseln muss die Kapselhülle innerhalb eines definierten Zeitfensters aufbrechen und den Inhalt freisetzen. Alle drei mineralischen Trübungsmittel beeinträchtigen die Zerfallszeit bei üblichen Dosierungen (2 bis 6 Gew.-% bezogen auf das Trockengewicht der Kapselhülle) nicht. Bei höheren Dosierungen kann Calciumsulfat jedoch die Steifigkeit der Kapselhülle geringfügig erhöhen, was den Zerfallsbeginn unter Kühlbedingungen verzögern kann. Dies stellt bei gut konzipierten Formulierungen selten ein praktisches Problem dar, sollte aber im Rahmen von Stabilitätsstudien überprüft werden.
Stabilität und Haltbarkeit
Mineralische Trübungsmittel sind von Natur aus stabile, anorganische Materialien, die sich nicht zersetzen, oxidieren oder mit gängigen Wirkstoffen chemisch reagieren. Dies ist ein deutlicher Vorteil gegenüber einigen organischen Trübungsmitteln (wie z. B. Füllstoffen auf Stärkebasis), die mit Feuchtigkeit reagieren und mikrobielles Wachstum fördern können. Entscheidend für die Stabilität ist die Sprödigkeit der Hülle: Ein hoher Mineralgehalt kann die Plastizität von Gelatinehüllen in Umgebungen mit geringer Luftfeuchtigkeit verringern. HPMC-Hüllen, die weniger empfindlich gegenüber der Umgebungsfeuchtigkeit sind, sind diesbezüglich unempfindlicher.
Hochreine und empfindliche Formulierungen
Für hochreine pharmazeutische Formulierungen muss das mineralische Trübungsmittel strenge Grenzwerte für Schwermetalle, mikrobielle Verunreinigungen und Endotoxine einhalten. Calciumcarbonat und Kaolin in pharmazeutischer Qualität sind mit Analysezertifikaten erhältlich, die die Einhaltung dieser Anforderungen dokumentieren. Bei der Beschaffung von TiO₂-freien Kapseln empfiehlt es sich, Dokumente anzufordern, die bestätigen, dass das mineralische Trübungsmittel den Spezifikationen der entsprechenden Arzneibuchmonographie entspricht. IPEC (Internationaler Rat für pharmazeutische Hilfsstoffe) Die Richtlinien bieten zudem einen nützlichen Rahmen für die Qualifizierung von Hilfsstofflieferanten.
Regulatorisches Umfeld und Einhaltung der Vorschriften
Die regulatorischen Rahmenbedingungen für TiO2-Alternativen entwickeln sich stetig weiter. Für Einkaufsteams und Fachkräfte im Bereich Zulassungsangelegenheiten sind folgende Punkte besonders wichtig:
- EU-Markt: Seit dem Verbot von E171 müssen alle in der EU verkauften Kapseln, egal ob als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel, nachweislich frei von TiO₂ sein. Mineralische Trübungsmittel wie CaCO₃ und CaSO₄ sind keine Lebensmittelzusatzstoffe im eigentlichen Sinne; sie werden anders eingestuft und unterliegen keiner vergleichbaren Beschränkung. EU-Verordnung 2022/63 gilt speziell für E171.
- US-Markt: Die FDA hat TiO₂ nicht verboten, aber viele US-amerikanische Marken passen ihre Rezepturen proaktiv an, um den Anforderungen an Clean Label gerecht zu werden und sich auf mögliche zukünftige Einschränkungen vorzubereiten. Mineralische Trübungsmittel sind GRAS-Stoffe (Generally Recognized As Safe) und werden seit langem verwendet.
- Globale Harmonisierung: Bemühungen zur Harmonisierung der Arzneibücher durch die USPDie Einhaltung der europäischen und japanischen Arzneibücher bedeutet, dass mineralische Hilfsstoffe in pharmazeutischer Qualität, die von qualifizierten Lieferanten bezogen werden, in der Regel ohne Umformulierung für mehrere Märkte verwendet werden können.
Wie Shancy Capsule die TiO2-freie Herstellung angeht
Bei Shancy Capsule stellen wir leere Hartkapseln aus Gelatine, HPMC und Pullulan her und bieten eine eigene Produktlinie für titandioxidfreie Formulierungen an. mineralbasierte TiO2-freie Kapseln werden unter Verwendung von mineralischen Trübungsmitteln in pharmazeutischer Qualität hergestellt, die hinsichtlich optimaler Opazität, Kompatibilität und Einhaltung der regulatorischen Bestimmungen in allen wichtigen Märkten ausgewählt wurden.
Jede Charge wird in GMP-zertifizierten Anlagen hergestellt und gemäß den Arzneibuchvorgaben auf Zerfall, Feuchtigkeitsgehalt, Schwermetalle und mikrobielle Grenzwerte geprüft. Wir liefern Kapseln in den Größen 000 bis 5, in Weiß und Farbe, und bieten kundenspezifischen Druck und Banderolierung für Markenhersteller an, die sich von anderen abgrenzen möchten, ohne die Aussage „TiO₂-frei“ zu beeinträchtigen.
Unser TiO2-freie Kapselkategorie umfasst Formulierungen, die speziell für EU-konforme Clean-Label-Nahrungsergänzungsmittel sowie für hochreine pharmazeutische Anwendungen entwickelt wurden, bei denen die Rückverfolgbarkeit der Hilfsstoffe und die DMF-Unterstützung unerlässlich sind.
Benötigen Sie TiO2-freie Kapselproben?
Fordern Sie Muster in Ihrem bevorzugten Material, Ihrer gewünschten Größe und mit dem gewünschten Trübungsmittel an. Unser Team antwortet Ihnen innerhalb von 24 Stunden mit technischen Spezifikationen und Preisen.
Angebot anfordernUmstellung auf TiO2-freie Kapseln: Überlegungen zur Lieferkette und zur Formulierung
Für Nahrungsergänzungsmittelhersteller, die von titandioxidhaltigen Kapseln auf TiO₂-freie Alternativen umsteigen, gehen die Auswirkungen auf die Lieferkette über den bloßen Wechsel des Kapsellieferanten hinaus. Der Umstellungsprozess erfordert Stabilitätstests mit dem neuen Kapselhüllenmaterial, um sicherzustellen, dass die Füllung über die gesamte Haltbarkeitsdauer des Produkts kompatibel bleibt. HPMC- und Pullulan-Kapselhüllen weisen im Vergleich zu Gelatine unterschiedliche Feuchtigkeitsempfindlichkeitsprofile auf, was die Auflösungsgeschwindigkeit und Bioverfügbarkeit des verkapselten Präparats beeinflussen kann. Hersteller, die derzeit Gelatinekapseln mit TiO₂ zur Trübung verwenden, müssen prüfen, ob die mineralischen Trübungsmittel (Calciumcarbonat, Calciumsulfat oder Kaolin) einen gleichwertigen Lichtschutz für lichtempfindliche Wirkstoffe wie Coenzym Q10, Vitamin D oder Curcumin bieten.
Die Beschaffungszeit für TiO₂-freie Kapseln ist in der Regel 2 bis 4 Wochen länger als bei Standardkapseln, da die Formulierungen mit mineralischen Trübungsmitteln separate Produktionsläufe und zusätzliche Qualitätskontrollen erfordern. Bei Shancy Capsule verfügt unsere Produktionslinie für TiO₂-freie Kapseln über separate Fertigungsanlagen, um eine Kreuzkontamination mit TiO₂-haltigen Kapseln zu vermeiden. Dies erhöht zwar die Komplexität der Produktionsplanung, gewährleistet aber die Einhaltung der Clean-Label-Richtlinien, die Nahrungsergänzungsmittelhersteller für den Marktzugang in der EU benötigen. Käufer sollten ein Analysezertifikat anfordern, das die Abwesenheit von Titandioxid in jeder Charge sowie Art und Konzentration des in der Kapselhülle verwendeten mineralischen Trübungsmittels bestätigt. Diese Dokumentation ist unerlässlich für die Einreichung bei den Zulassungsbehörden und die Anforderungen für die Listung im Einzelhandel in der EU, wo das Verbot gemäß E171 für alle Lebensmittel, einschließlich Nahrungsergänzungsmittel, gilt.
Checkliste für die Beschaffung: Spezifizierung von mineralischen Trübungsmittelkapseln von Ihrem Lieferanten
Bei der Spezifizierung von Kapseln mit mineralischen Trübungsmitteln von einem Kapselhersteller sollte die Beschaffungsspezifikation den Trübungsmitteltyp (Calciumcarbonat, Calciumsulfat oder Kaolin), die Trübungsmittelkonzentration in der Kapselhülle und den erforderlichen Trübungsgrad, gemessen durch Lichttransmission bei 450 nm, enthalten. Die Spezifikation sollte außerdem die geltenden Arzneibuchstandards – USP für den US-amerikanischen Markt, Ph. Eur. für Europa oder JP für Japan – berücksichtigen, da die Reinheitsanforderungen an mineralische Trübungsmittel je nach Arzneibuch variieren. Beispielsweise begrenzt die USP den Schwermetallgehalt in Calciumcarbonat auf 20 ppm, während Ph. Eur. ein detaillierteres Elementarverunreinigungsprofil gemäß den ICH-Q3D-Richtlinien vorschreibt. Käufer, die beide Märkte bedienen, sollten den strengeren der beiden Grenzwerte festlegen, um die Führung separater Artikelnummern zu vermeiden.
Bei Shancy Capsule enthält unser Datenblatt für mineralische Trübungsmittelkapseln Angaben zu Trübungsmitteltyp und -qualität, Zusammensetzung der Kapselhülle (HPMC, Gelatine oder Pullulan), Auflösungszeit in simulierter Magensaftflüssigkeit und Feuchtigkeitsgehalt. Für Bestellungen aus dem EU-Markt stellen wir eine TiO₂-freie Erklärung aus, die bestätigt, dass die Kapselhülle in keiner Konzentration Titandioxid enthält. Dies wird durch HPLC- oder ICP-MS-Testdaten auf Chargenebene belegt. Die Lieferzeit für mineralische Trübungsmittelkapseln beträgt 3 bis 5 Wochen für Standardgrößen (Größe 000 bis 4). Individuelle Farbanpassungen sind innerhalb von 6 bis 8 Wochen möglich. Käufer sollten die gewünschte Pantone- oder RAL-Farbreferenz bereits bei der Angebotserstellung angeben, da mineralische Trübungsmittel anders mit Kapselfarbstoffen reagieren als TiO₂ und die Farbanpassung mehrere Muster erfordert, um die gewünschte visuelle Spezifikation zu erreichen.
Einfluss von mineralischen Trübungsmitteln auf die Kapselauflösung und Bioverfügbarkeit
Die Wahl des mineralischen Trübungsmittels in einer TiO₂-freien Kapselhülle kann das Auflösungsprofil des verkapselten Nahrungsergänzungsmittels beeinflussen, insbesondere bei Formulierungen, die eine schnelle Freisetzung im Magen erfordern. Calciumcarbonat als Trübungsmittel hat in Konzentrationen unter 3 Gew.-% nur einen minimalen Einfluss auf die Auflösungszeit von HPMC-Kapseln, die sich typischerweise innerhalb von 15 bis 30 Minuten in simulierter Magensaftflüssigkeit bei 37 °C auflösen. Bei höheren Trübungsmittelkonzentrationen (über 5 Gew.-%) kann Calciumcarbonat jedoch die Steifigkeit der Kapselhülle erhöhen und die Wasserpenetration verlangsamen, wodurch sich die Auflösungszeit um 2 bis 5 Minuten verlängert. Bei Nahrungsergänzungsmitteln, die auf eine schnelle Freisetzung im Magen angewiesen sind – wie beispielsweise Verdauungsenzyme, Probiotika oder Eisenpräparate – kann dieses verlängerte Auflösungsfenster die Bioverfügbarkeit beeinträchtigen. Hersteller sollten daher vor der Auftragserteilung Auflösungstestdaten beim Kapselhersteller für die angestrebte Trübungsmittelkonzentration anfordern.
Kaolin als Trübungsmittel weist im Vergleich zu Calciumcarbonat ein anderes Auflösungsverhalten auf. Die Kaolinpartikel sind feiner und gleichmäßiger in der HPMC- oder Gelatinematrix verteilt, was zu einer konstanteren Trübung bei niedrigeren Konzentrationen (1 bis 2 Gew.-%) führt. Dank dieser geringeren Beladung weisen mit Kaolin trübe Kapseln ein ähnliches Auflösungsprofil wie nicht trübe Kapseln auf und sind daher die bevorzugte Wahl für schnell freisetzende Formulierungen. Der Nachteil liegt im Preis: Pharmazeutisches Kaolin mit kontrollierter Partikelgröße und niedrigem Schwermetallgehalt ist pro Kilogramm teurer als Calciumcarbonat, was den Kapselpreis um schätzungsweise 5 bis 8 Prozent erhöht. Für Hersteller, die Wert auf schnelle und gleichmäßige Auflösung legen, ist Kaolin als Trübungsmittel die empfohlene mineralische Alternative zu TiO₂ in leeren Hartkapseln.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein mineralischer Trübungsmittel in einer Kapselhülle?
Ein mineralisches Trübungsmittel ist ein fein gemahlenes, natürlich vorkommendes anorganisches Mineral, das der Kapselhülle anstelle von Titandioxid zugesetzt wird. Es streut das Licht innerhalb der Hüllenfolie und erzeugt so das von Marken und Verbrauchern erwartete undurchsichtige, weiße Aussehen. Gängige mineralische Trübungsmittel sind Calciumcarbonat, Calciumsulfat und Kaolin.
Sind titandioxidfreie Kapseln für die Verwendung in der Europäischen Union zugelassen?
Ja. Das EU-Verbot gemäß Verordnung 2022/63 untersagt Titandioxid (E171) als Lebensmittelzusatzstoff, schränkt aber die in TiO₂-freien Kapseln verwendeten mineralischen Trübungsmittel nicht ein. Calciumcarbonat, Calciumsulfat und Kaolin sind auf dem EU-Markt zugelassen. TiO₂-freie Kapseln sind in der EU sogar die einzige zulässige Option für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel.
Beeinflussen mineralische Trübungsmittel die Zerfallszeit von Kapseln?
Bei üblichen Beladungskonzentrationen von 2 bis 6 Gewichtsprozent der Kapselhüllen-Trockenmasse beeinflussen mineralische Trübungsmittel die Zerfalls- und Auflösungszeiten nicht wesentlich. Alle TiO₂-freien Kapseln mit diesen Trübungsmitteln erfüllen die Zerfallsanforderungen gemäß USP und Ph. Eur. Für Formulierungen im oberen Bereich des Beladungsbereichs werden Stabilitätsprüfungen empfohlen.
Können mineralische Trübungsmittel in allen Kapselhüllenmaterialien verwendet werden?
Calciumcarbonat ist mit Gelatine-, HPMC- und Pullulan-Kapselhüllen kompatibel. Calciumsulfat eignet sich gut für Gelatine- und HPMC-Systeme. Kaolin kann für alle drei Materialien verwendet werden, wobei seine plättchenförmige Partikelform jedoch bei Pullulan-Formulierungen gegebenenfalls Prozessanpassungen erfordert. Die optimale Wahl hängt vom jeweiligen Hüllenpolymer, dem Zielmarkt und den Formulierungsanforderungen ab.
Wie kann ich überprüfen, ob eine Kapsel tatsächlich frei von Titandioxid ist?
Fordern Sie vom Kapselhersteller ein Analysezertifikat an, das die Abwesenheit von Titandioxid ausdrücklich bestätigt. Seriöse Anbieter stellen Dokumentationen zur Zusammensetzung bereit. Zusätzlich können Sie unabhängige Röntgenfluoreszenzanalysen (RFA) oder ICP-OES-Tests in Auftrag geben, um zu bestätigen, dass der TiO₂-Gehalt unterhalb der Nachweisgrenze liegt. Zulassungsdokumente wie DMF-Referenzen können die Aussage zur TiO₂-Freiheit weiter untermauern.
Sind TiO2-freie mineralische Trübungsmittelkapseln für die Bio-Zertifizierung geeignet?
Mineralische Trübungsmittel wie Calciumcarbonat und Kaolin sind in Bio-Produktrezepturen im Allgemeinen gemäß den meisten Zertifizierungssystemen, einschließlich USDA Organic und EU Organic, akzeptiert, da es sich um natürlich vorkommende Mineralien und nicht um synthetische Zusatzstoffe handelt. Allerdings können einzelne Zertifizierungsstellen eigene Listen zugelassener Stoffe führen. Daher empfiehlt es sich, die Akzeptanz mit Ihrer Zertifizierungsstelle abzuklären, bevor Sie sich auf eine Kapselspezifikation festlegen.











